80 Jahre! Zeitzeuge! 80Jahre!

Ein Zeitzeugengespräch!

Interview mit Falko von Falkelhayn vor 10 Jahren

Er ist in Berlin am 19. Februar 1940 geboren.
An der Gottfried- Keller- Oberschule in Charlottenburg hat er sein Abitur gemacht. Das Wirtschaftsstudium hat er mit einem Diplom abgeschlossen und danach ist er Doktor in Philosophie geworden. Seine Schwerpunkte waren Philosophie, Wirtschaft und Management. Er hat viele Unternehmen kennen gelernt: Bosch als Abteilungsdirektor, BMW als Bereichsleiter, Vorstand bei Lufthansa und dann bei der Deutschen Lotto in Berlin. 

Im Gespräch: „GESCHICHTE NACHGEFRAGT“

 Der 9. November 1989
war für ihn ein ganz normaler Arbeitstag in Frankfurt/Main. Wieder zu Hause am Abend, hat er den Fernseher angemacht. Er war überrascht von den Bildern des Mauerfalls. Er erinnert sich, dass er zuerst gedacht hatte, wie viele Deutsche in diesem Moment, dass es nur eine Situation für einen Tag war. Er hatte auch überlegt, dass das Problem nicht gelöst war: solange die russischen Truppen in Berlin waren, konnte seiner Meinung nach keine Freiheit existieren. 

Er war ein paar Monate früher in Kraków zu einer Gedenkveranstaltung für den zweiten Weltkrieg. Die Polen, die er dort getroffen hatte, hatten ihm gesagt: „Wir sind für die deutsche Wiedervereinigung“. An diesen Satz hat er sich am 9. November erinnert: es war Realität geworden. Er war sich bewusst des Bedürfnisses von Luft und Freiheit, aber er dachte auf keinen Fall, dass die richtige Freiheit gesiegt hatte.

Als die Mauer fiel, gab es für ihn zwei große Veränderungen.

Sein Vater hatte in den 50er Jahren nach der Wiedervereinigung von Österreich gesagt: „Deutschland ist jetzt fertig und dran, sich wieder zu vereinigen“. Bis zum Mauerfall war er überzeugt, dass er diesen Moment nie erleben würde.

Seine Mutter, ihrerseits, hatte keine Reisefreiheit. Nach dem Mauerfall konnten sie sich wieder treffen: er ist nach Berlin umgezogen.

            Zu der Frage über den Elysee Vertrag ist seine Antwort ganz klar: 1963 und danach war Amerika die große Nation, nicht Frankreich. In den Köpfen der Deutschen hatten die Amerikaner Deutschland gerettet. Aber die Tatsache bleibt, dass dieser Vertrag eine große Bedeutung für die beiden Länder und für Europa hatte und immer noch hat. Der Zweite Weltkrieg wich einer Zeit für Demokratie, Wohlstand und Frieden. Es hat den Kern einer festen europäischen Gemeinschaft begründet.

Die Auswirkungen dieses Vertrags sieht er nicht so positiv. Frankreich, das sein Schicksal fest an Deutschland gebunden hat, wollte seiner Meinung nach keine deutsche Wiedervereinigung. Wie der berühmte Schriftsteller Mauriac während des kalten Krieges gesagt hat: „ich mag Deutschland so, dass ich zwei Deutschland vorziehe“. Er zitierte auch den Präsidenten Mitterrand, der versuchte, diese Wiedervereinigung zu blockieren. Man hat den Eindruck, dass der Elysee- Vertrag grundlegend für Europa war, aber nicht so wichtig für die Beziehungen zwischen den damaligen Feinden. Er ist trotz seiner Anklagerede gemäßigt, wenn er gesagt hat, dass man aufpassen soll, nicht das Andere zu schnell zu beschuldigen. Er dachte an Präsident Hollande, der progressiver ist und  eine ganz andere Vision von Europa hat als sein Vorgänger Herr Sarkozy.

            Herr von Falkenhayn hat auch viel zu sagen über den 100. Geburtstag des Ersten Weltkriegs: sein Urgroßvater war in der Tat ein berühmter preußischer General, der während der Schlacht um Verdun sehr verantwortlich war. Er war einer von denen, die den Stellungskrieg und die Ermattungsstrategie entwickelt hatten. Seiner Meinung nach ist Deutschland wegen dieses Krieges total ausgeblutet.
Das Gespräch führte die Autorin Beate Lau

Falko, einige Zeilen von mir zu Deinem Geburtstag.

Falko, Geburtstage heißen ZUKUNFT, nicht RÜCKSCHAU.
Wie auch immer. Schlimm sind die HELDENGESÄNGE, früher mit Lagerfeuer, heute mit Bildungszitaten. Geburtstag heißt: Blick mit Zuversicht in die Zukunft!

So wie Deine Eltern vor 80 Jahren freudig in die Zukunft schauten
und nicht zurück.

Du hast Deine Schreie getan, mit voller Lunge. Dein innerer Motor lief an und läuft noch heute. Worte sind schnell verklungen, was ich sagen will, steht in meinen Bildern.

Ein Foto sagt mehr als 1000 Worte, und jedes Foto ist ein „Faradayscher Zeitkäfig“.

Matthias, Karl und Beate singen Dir und Deinen Gästen
ein Geburtstagständchen

Schauen wir in die Zukunft!
Darum Dir, Falko, Deiner Frau und Familie,
so wie allen hier Anwesenden, ja auch mir,
wünsche ich viele, viele Jahre unter dem MOTTO:

Sanssouci

SAPERE AUDE

Herzlich Udo Lauer

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