Der 3. Oktober „Erinnerungen“ ein Linsenbericht

Leere Versprechung von Erich!
Musik von Meisterhand 1989
Stück für Stück wurden zu Strassensplit.

Meine Erinnerung an den 9. November 1989
In Berlin habe ich von 1975 bis 1985 gelebt und bin anschließend für ein deutsches Bankinstitut in New York tätig gewesen. Die Entwicklungen in Ostdeutschland der letzten Wochen vor dem 9. November waren mir auch nicht besonders geläufig und letztlich auch völlig egal. Die US Medien verfolgten diese Entwicklungen ebenfalls nicht mit besonderem Interesse.

So verlief der 9.11. 1989 zunächst auch ohne besondere Erinnerungen. Als ich um 18:00 Uhr (Ortszeit NY) wie üblich nach Hause kam, ist mir aufgefallen das mein Anrufbeantworter mit Nachrichten überlaufen war. Jede dieser Nachrichten hatte eigentlich denselben Tenor-mach den Fernseher an – Du glaubst nicht was passiert ist. Na großartig!
Nun gehöre ich zu einer Generation, die unter dem sogenannten „Unrechtsstaat“ nie leiden musste. Die Mauer um Berlin herum hatte für mich etwas Selbstverständliches, fast etwas Beschützendes für eine Stadt, in der Wirtschaft und Fortschritt noch nie eine Rolle spielten und gleichzeitig die politische Garantie für ein bequemes Leben als „Widerstandskämpfer“ auf Kosten anderer bot. Wegen dieser speziellen Sorte Mensch habe ich die Stadt ja letztlich auch verlassen. 
Ich habe auch meiner amerikanischen Ehefrau noch im Juli 1989 anlässlich unserer Reise nach Berlin erklärt, dass wir beide dem Mauerfall nicht erleben werden und versprochen, dass ich ganz sicher nie wieder nach Berlin zurückkehren werde. Nun knapp drei Monate später wusste ich, dass ich mich geirrt hatte und unser Leben sich leider verändern wird. Ich war über die drohenden Veränderungen alles andere als glücklich. Die Aussicht nach Berlin zurück zu müssen, um den Osten zu erobern hat mich in eine tiefe Depression verfallen lassen. Ich habe mich  gefreut, dass die DDR Bürger plötzlich eine Reisefreiheit hatten – eine Grenze hat sich geöffnet – mehr habe ich eigentlich an dem Tag nicht empfunden.
Nun der Rest ist Geschichte – Gewinner und Verlierer der damaligen Ereignisse debattieren auch nach mehr als 30 Jahren über Gerechtigkeit und wer es eigentlich besser hatte. Diese Diskussionen haben mich nie interessiert. In 1991 habe ich als Wessi ein Unternehmen mit 120 Ossis übernommen- habe wunderbare und motivierte Menschen kennengelernt – wir waren erfolgreich – zukunftsorientiert und positiv gestimmt bis uns irgendwann der Bürokratiewahn der Verlierer aus dem Westen aus unseren Träumen gerissen hat. Berlin hat den Status der Illusion einer Metropole zurück – Chancen verpasst.

Büro:  Manfred Albers, Berlin

Der 9. November 1989 kam nicht plötzlich.
Aus der heutigen Rückschau könnte ich fast annehmen, es wäre so gewesen, dass wir auf die Mauer gestiegen sind, ein paar Stücke mit Hammer und Meißel herausgeschlagen haben und dann die Stadt mit „Trabbis“ überflutet wurde.
So war es aber nicht.
An der Universität Konstanz berichteten Professoren und Studenten von den Vorgängen in Ost-Berlin; den Repressalien, denen die Schüler der EOS „Carl von Ossietzky-Schule ausgesetzt waren, dem Verbot der Zeitschrift „Sputnik“ und dem Mord des 19-jährigen Chris Gueffroy, der den Treptow nach Neukölln fliehen wollte. Schließlich den manipulierten Kommunalwahlen des Egon Kranz. Anschließend kam es in mehreren Städten zu „friedlichen“ Demonstrationen, doch die Menschen wussten nie, ob das Regime durchdreht und schießt.

Monat für Monat verlassen 1.000e Bürger die DDR, aber entschieden wird die Sache in Sachsen, in Leipzig gelingt es Demonstranten mit dem Regime ins Gespräch zu kommen. Während die DDR in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiern wollte, versammeln sich am Samstag den 4. November 100.000e zur Demonstration auf dem Alexanderplatz und am 9.11.1989 wird der stellvertretende Leiter der Passkontrolleinheit Harald Jäger unsterblich als er nach dem Befehl von Major Jens „Wir fluten jetzt! Wir machen alles auf!“ den Schlagbaum an der Bornholm Strasse öffnet.

Ich war im Fechten an der Hochschulsportgruppe der Universität Konstanz und nach dem Training saßen wir beim Bier und konnten die Nachrichten nicht wirklich glauben.
Eine Woche später an der Universität war eine Habillitation und Prof. Dr. Ellwein fragte mich nach meinen Eindrücken. Ich spreche noch lapidar davon, dass ich nicht gefragt worden sei und wie das alles funktionieren solle. An der Uni kamen einige Wissenschaftler aus dem Osten an, deren Habit. wurde dann als „Habill.B“ bezeichnet.

In der Folge haben mich die Ereignisse dann schon mitgerissen, ohne smartphone, nur am TV informiert, kam dann der Entschluss die Tage vor Weihnachten in Berlin bei einem Freund, Sigurd, der dort Medizin studierte, zu verbringen. Arturo ein Kommilitone aus Mexiko, mein Freund Jörg (der Bruder meiner späteren Frau), Loiic (ein französischer Freund seit meinem 14. Lebensjahr) und ich fuhren nach Berlin und was wir dort sahen werde ich auf Lebzeit nicht mehr vergessen;
wir konnten die Strasse des 17. Juni nur über die Autodächer der stehenden, hupenden und stinkenden Trabbi überqueren, am Brandenburger Tor waren zwar immer noch Kontrollen, aber um ca. 23:00 am Silvesterabend waren die Grenzer so weit, dass sie die Grenze auch nach Osten öffneten. Wir spazieren in den grauen Osten, die Strasse des 17. Juni , Unter den Linden, über den Alex bis zum Gendarmenmarkt. Dort gingen wir in den französischen Dom, in dem sich die DDR ein „pseudo-franzözisches“ Restaurant leistete und ich kaufte im völlig leeren Restaurant vom Ober ein Flasche Lafitte Rothschild, den Jahrgang weis ich nicht mehr, für 45 Mark.

Dem haben wir dann en Korken mit dem Daumen eingedrückt und auf die Vereinigung angestoßen.Auf dem Rückweg musste mein Freund Sigurd unbedingt noch einen Kanonenschlag am Wachhäuschen vor der sowjetischen Botschaft platzieren, nach dem lauten Ruhms sind wir ziemlich schnell Richtung Westen und Menschenmenge gerannt.

Das Wachhäuschen steht heute noch an dieser Stelle „Unter den Linden“, wir alle erinnern uns an diesen Tag und ich lebe seit 1992 mehr oder weniger, heute auf jeden Fall ganz und gar in Berlin.Ich liebe diese unfertige und rebellische Stadt und bis auf den heutigen Tag ist Toleranz und Diskussion ein Hauptmerkmal des Lebens hier.
Roland Schmitt

Das ERSTE KUNSTHERZ wird in Berlin eingesetzt.
Bundespräsident Johannis Rau auf der Westernplatte
Manfred Stolpe 1. MP in Brandenburg.

Mein 9. November war der 10. November,
ich habe die Nacht von Donnerstag auf Freitag selig in einem Hannoveraner Hotel verschlafen. Dorthin war ich eingeladen von der Architektenkammer Niedersachsen um ein Seminar über das barrierefreie Bauen zu halten. Das Seminar fand auch am Morgen des 10. November statt und erst dort erfuhr ich von Teilnehmern, dass in Berlin die Grenze nach Ostberlin offen sei. Ich wollte es zuerst gar nicht glauben. Ich hatte kein Radio gehört und auch beim Frühstück hatte mir keiner etwas gesagt. Zudem waren die angemeldeten Teilnehmer am
Seminar gekommen und ich war bis mittags beschäftigt… Einen Rückflug nach Berlin-Tegel hatte ich am späten Nachmittag fest gebucht. Ich rief dann über Festnetz meine Frau in Berlin an, die bereits nachmittags mit den Kindern zur Mauer unterwegs war um dieses epochale Ereignis nicht zu versäumen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich mit anderen Kollegen gemeinsam 1986 die „Ost-West-Plattformfür Architektur und Stadtplanung“ ins Leben gerufen habe. Mit ihr wollten wir die kulturellen Grenzen zwischen Ost und West durchlässiger machen. Von einer Öffnung oder gar dem Wegfall der Mauer hat keiner auch nur zu träumen gewagt.

Als ich auf den Flughafen von Hannover kam, war dort die Hölle los. Die große Eingangshalle völlig überfüllt, liefen bereits vor der Tür Leute auf mich zu und fragten, ob sie mir meine Flugkarte abkaufen könnten auch gegen wesentlichen Aufpreis. Alle wollten so schnell es geht nach Berlin kommen oder nach Berlin zurück. Während dieser Wartezeit traf ich auch mehrere Kollegen aus Berlin die versuchten Karten zu bekommen, bis dahin aber nicht erfolgreich waren und auf zusätzlich eingesetzte Sonderflüge warteten. Es war bei allen eine angespannte Freude zu spüren und ein unbedingter Drang schnell nach Berlin zu kommen. Diskutiert wurde immer wieder, ob die Strecke im Transit über die Autobahn schon frei sei, oder ob man eventuell ein Taxi zu mehreren nehmen könne und alle möglichen weiteren Wege, die Berlin zum Ziel hatten. Mein Flug wickelte sich ganz normal ab. Aber als ich in Berlin-Tegel ausstieg war ich in einer anderen Welt.
Natürlich kannte ich als Vielflieger die Tricks wie man ein Taxi bekommt, wenn keines mehr da ist, aber als ich dann drin war, ging es erst richtig los. Die Stadtautobahn war in eine Wolke von Zwei-Takter -Abgasen gehüllt und in einem Hupkonzert standen auf drei Reihen mit voller Beleuchtung
Trabi an Trabi, die Fenster heruntergedreht und die typischen hellblauen Jeansjackenärmel gemischt mit ab und zu einer in beigen aus dem Fenster lehnend. Ich drehte auch mein Fenster runter und winkte zurück. Um ehrlich zu sein, habe ich auch ein paar Tränchen verdrückt.

Zuhause in Dahlem angekommen fühlte ich erstmalig etwas, was mich in den kommenden Jahrenmit all seinen Veränderungen nie wieder verlassen sollte, nämlich die wohltuende Eigenschaft eines hohen Zauns und dessen Kraft eine Linie zwischen drinnen und draußen zu ziehen. Draußen war die
neue Welt angebrochen, die sich wieder vereinigende und drinnen das Gefühl von Geborgenheit und geringerer Veränderung.

Meine Frau und die Kinder waren tagsüber schon in der Stadt unterwegs gewesen und berichtetenso viel, dass ich eigentlich sofort an diesem Abend noch loswollte, um es selbst zu erleben, aber kam dann doch mit der Familie überein erst frühmorgens um fünf oder sechs mit unserer ältesten Tochter Maria losziehen zu wollen an die Mauer. Wir fuhren früh dahin mit der U-Bahn von Steglitz, und liefen direkt zum Brandenburger Tor, wo noch in der Dunkelheit des Morgens viele Reihen Menschen um dieses von der Mauer halbrund abgesperrte Tor standen und ein kleinerer Teil dieser Menge sich bereits auf die Mauer gestellt hatte und nach Osten guckte und irgendwelche Parolen rief.
Durch die Hilfe von „Schiebern“ und „Ziehern“ sind meine Tochter und ich auf die Mauer gehoben worden und standen dort mit dem Blick nach Osten eigentlich in eine große Leere blickend mit einem Tor in der Mitte, das nirgendwohin führte. Ein Monument für sich, aber noch bewacht. Die Leere schien uns deswegen so groß, weil im Abstand von nur ca. 4.o m immer wieder die Nationale Volksarmee mit ihren Leuten sich aufreihte, ohne dass noch ein Anlass dafür bestanden hätte.Genau in dieser Situation auf der Mauerkrone stehend ging langsam die Sonne auf und beleuchtetemit ihren ersten langen Strahlen die ganze Szenerie. Ein ewig bleibender Eindruck, der all den positiven Veränderungen, die dann folgten, ein mächtiges Bild schenkte.
Eckhard Feddersen Architekt

noch PRESSESPRECHERIN Bündnis 90 die Grünen. Das 1. Mal im ZDF
Gestern und HEUTE BUNDESKANZLERIN 30 Jahre
Gräfin Döhnhof
Abzug der RUSSISCHEN SOLDATEN.
Sommerfest im Garten der Russ.-Botschaft.
Herr Tietmeier
Blik vom Weinhaus Huth wie er einmal WAR.
Der Potsdamer Platz
„Das macht keine Kraft mehr zu!“
erster Neujahrslauf durch das Tor
Emmerich eine Stimme aus Dresden
1990 erster Standort in Berlin meines Baumkunstprojekt der „Friedensallee“
das Ehepaar Biedenkopf in Dresden
zwei Herzen auf immer VERBUNDEN.
Hier war die MAUER (JETZT PFLASTERSTEINE)
Sportgemeinschaft Deutscher Bundestag e.V.
Die erste Druckausgabe des Buches:“Bellevue Park und Schloss“ ganz PRIVAT.
Mitautor und Fotograf.
„AUF DIE NÄCHSTEN 30 JAHRE!“
Engelbert Lütke Daldrup, eigentlich Engelbert Lütke-Daldrup, (* 31. Oktober 1956 in Kranenburg am Niederrhein) ist ein deutscher Stadtplaner. Von 1995 bis 2005 war er Beigeordneter und Stadtbaurat von Leipzig; von 2006 bis 2009 beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
Von 2014 bis 2017 bekleidete er im Land Berlin das Amt eines Staatssekretärs, zunächst in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, dann im Geschäftsbereich des Regierenden Bürgermeisters, mit Zuständigkeit für Strategien und Flughafenpolitik.[1] Seit März 2017 ist er Vorsitzender der Geschäftsführung der
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH.[