Komm lieber Mai und mache

Komm lieber Mai und mache den Tiergarten und Grunewald wieder GRÜN!

Bäume pflanzen in Tiergarten

Die Rhododendron Blüte, im Frühjahr, im Berliner Tiergarten
ist jede Reise aus nah und fern wert.

Meine Gedanken, an das Aussehen des Tiergarten nach1946 /47,
wurden wieder wach, als der „Baumpate“ Benn Wagin, durch eine seiner Aktionen versuchte, eine Eiche ca. 220 Jahre alt, im Tiergarten unter Denkmalschutz zu stellen lassen.
Sie hat alle Fäll Aktionen überlebt. Er hat diese Eiche 1947 unter seinem persönlichen SCHUTZ gestellt.
Eine Eiche die Peter Lenne gepflanzt haben soll.
Da her der Name „Peter Lenne Eiche“.

Aber wie wurde, der Tiergarten und Grunewald wieder GRÜN und wieder zum Erholungsgebiet für die Berliner?

Diese Frage stellte ich letzten in einem „Silberhaarkreis“!
„Da kann ich weiterhelfen, Herr Lauer“ rief Frau Osterhof mitten im Kreis der Zuhörer. „Von der Schule aus haben wir Bäume im Tiergarten und Grunewald gepflanzt“.

WIE, WIESO, WESHLAB WO WAS, WARUM

Jutta Putz 1950


„Ich war damals 1950 in der 3. Klasse der 19. Grundschule
 in Berlin-Schöneberg“, fing Frau Osterhof an
„Mädels wir haben am Donnerstag Wandertag!
Freud euch und zieht feste Schuhe an.
Ein Kopftuch, für den Fall das es regnet. Treffpunkt 8 Uhr hier auf dem Schulhof.

Wir helfen im Tiergarten Bäume pflanzen“ verkündete meine Klassenlehrerin.Zu hause sagte meine Mutter nur, zieh deine lange graue Hose an!

Am Donnerstagmorgen fuhren wir mit der Straßenbahn und der S.-Bahn
zum Bahnhof Tiergarten. Dann ging es weiter zu Fuß zur „Goldelse“.
„Da könnt ihr nicht rauf, der Tunnel ist gesperrt“, warnte unsere Lehrerin.

Wir wurden schon von einem Gärtner (mit einem Arm) erwartet.
Nach der freundlichen Begrüßung und Einweisung, ging es los.
Die Bäume waren Bäumchen, ca. 15 Zentimeter hoch mit Wurzelballen.
Wir holten diese immer von einem Holzvergaser Lkw.
Immer so viele, wie jeder mit einmal tragen konnten.
Ab, in das vorbereitete Loch, die Erde, vor dem Loch drauf und festtreten.
Später wurden die Bäumchen gegossen.
Meine Hose und die FESTENSCHUHE waren genau richtig.
Mein Pausenbrot eine Klappstulle mit Margarine (dünn) mit Zucker, eingepackt, knapp, in Butterbrotpapier, drum herum Zeitungspapier. „Das Brotpapier bringst e wieder mit“, so meine Mutter. In meinem Tornister war auch eine alte Bierflasche mit dünnen Saft.
Ca. um 15 Uhr ging es zurück zur Schule. „Ihr wart richtig gut,
bin stolz auf euch! Jetzt ab nach hause und bis Morgen um 8 Uhr,“ so unsere Lehrerin.
Ich kam mit vielen neuen Eindrücke nachhause und hatte
abends viel zu erzählen.
Beim nächsten Wandertag fuhren wir mit der S.-Bahn zum Bahnhof Grunewald, dort ging es zu Fuß weiter zur „Saubucht“.
Hier pflanzten wir kleine Fichten.
Aber viel spannender war ja das Beobachten der Wildschweine.
Hinter einem Drahtzaun suhlte sich eine ganze Wildschweinfamilie.

„Das große Tier bei dem die großen Zähne, oder Hauer, seitlich aus dem Maul schauen, ist der Eber. Der Vater der Familie. Das andere große Tier ist die Mutter, oder Bache genannt. Die Kleinen, mit den Streifen auf dem Fell, sind die Kinder. Fachlich sagt man, Ferkel. Hier bei den Wildschweinen heißen sie Frischlinge,“ erklärte der Förster.
Ich hoffe ich sehe Euch, mit den fleißigen Händen, bald wieder.
Vielleicht ist dann die Rotte, so nennen wir ein Schweine Rudel, in der Jägersprache größer geworden. Also auf bald!“ Um 15 Uhr ging es dann zurück zur Schule.
Abends am Tisch hatte ich wieder viel zu erzählen
„Das mit dem im Schlamm suhlen, wird aber nicht nachgemacht. Und jetzt wird gegessen!“ der Kommentar meiner Mutter.Es ging später noch einige Male in den Tiergarten und viele Male in den Grunewald.
Zum Pflanzen!

Der Grunewaldsee 2021

„Zurückdenkend, glaube ich, mit diesen Pflanzaktionen wurde Still und Heimlich bei uns Schülerinnen die Freude an allem Grünen geweckt oder besser noch GESTÄRKT.

Ich habe immer noch so viel Freude an meiner Gartenarbeit.

Jutta Osterhof 2021

So, Herr Lauer, jetzt wissen sie, wie der Tiergarten und der Grunewald wieder grün wurde! Erzählen Sie es weiter,“ so Frau Osterhof zu mir.
Udo Lauer